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Ausgestaltung der Erprobungsstufe - Das Konzept für die ersten Jahre

Da für uns eine Atmosphäre von Rücksichtnahme und gegenseitiger Achtung unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist, messen wir dem Sozialen Lernen in unserem Ganztagskonzept eine hohe Bedeutung bei. Vom Beginn der Jahrgangsstufe 5 an bis in die Jahrgangsstufe 8 hinein lernen die Schülerinnen und Schüler die Grundregeln eines respektvollen sozialen Miteinanders im Umfang von einer Wochenstunde in einem eigens dafür konzipierten Fach: LionsQuest – Erwachsen werden. Die LionsQuest-Stunden werden i.d.R. vom Klassenlehrer unterrichtet und bieten ihm eine zusätzliche Möglichkeit, auf die Entwicklung des sozialen Miteinanders in der neuen Klassengemeinschaft positiven Einfluss zu nehmen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der LionsQuest-Stunden wechseln halbjahrsweise und bauen aufeinander auf. In der Erprobungsstufe werden folgende Themenbereiche erarbeitet: Meine Klasse (5.1) – Stärkung des Selbstvertrauens (5.2) – Mit Gefühlen umgehen (6.1) – Die Beziehung zu meinen Freunden (6.2).

Das Programm LionsQuest – Erwachsen werden nimmt also für die Entwicklung eines respektvollen Miteinanders am SGH eine zentrale Rolle ein und ist als Präventionsmaßnahme zugleich auch ein wichtiger Baustein im Rahmen unseres Konzepts gegen Gewalt und Mobbing. Nähere Informationen zum Programm LionsQuest – Erwachsen, z.B. die weiteren inhaltlichen Schwerpunkte für die Jahrgangsstufen 7 und 8, können Sie hier (Link) einsehen.

Neben dem wöchentlichen Unterrichtsfach spielt auch die Klassenfahrt innerhalb der Erprobungsstufe für das soziale Lernen eine wichtige Rolle. Sie findet i.d.R. zu Beginn der Jahrgangsstufe 6 statt und kann mit ihrem erlebnispädagogischen Schwerpunkt dazu beitragen, gruppendynamische Prozesse anzustoßen, einzuüben und auch zu reflektieren. Die Schülerinnen und Schüler müssen Teamfähigkeit unter Beweis stellen, wenn sie als Gruppe an den ihnen gestellten Herausforderungen nicht scheitern wollen, erwerben also Fähigkeiten, die ihnen im Schulalltag konkret nutzen. 

Die zweijährige Erprobungsstufe ist eine Phase intensiver und kontinuierlicher Beobachtung. Um dies zu gewährleisten, achten wir auf Konstanz in der Lehrerbesetzung, d.h. den Wechsel von Klassen- und auch Fachlehrern wird es innerhalb der Erprobungsstufe i.d.R. nicht geben. Der intensive Austausch der verschiedenen Fachlehrer einer Klasse erfolgt auf den regelmäßig stattfindenden Erprobungsstufen-konferenzen. Hier wird über die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler beraten, über etwaige Schwierigkeiten, deren Ursachen und mögliche Wege zu ihrer Überwindung sowie über besondere Fördermöglichkeiten. Insbesondere zur ersten Erprobungsstufenkonferenz im Jahrgang 5 sind stets die ehemaligen Grundschullehrerinnen und –lehrer eingeladen, die dieser Einladung stets in großer Zahl folgen und uns mit Informationen aus der Grundschulzeit eine wichtige Hilfe sind, um manchem Schüler den Übergang an das SGH weiter zu erleichtern. Insgesamt pflegen wir einen intensive Kooperation mit den Grundschulen, die sich insbesondere in dem Arbeitskreis 7+4 niederschlägt (sieben Grundschulen und vier weiterführende Schulen in Hennef). Dieser Arbeitskreis tagt zweimal im Schuljahr und arbeitet in verschiedenen fachspezifischen Arbeitsgruppen (Mathematik, Deutsch, Englisch) an der Harmonisierung des Übergangs von den Grundschulen an die weiterführenden Schulen in Hennef.

Gerade weil es sich bei der Erprobungsstufe um eine Schlüsselstelle in der Schullaufbahn handelt – die gewählte Schulform soll schließlich nach Möglichkeit erfolgreich erprobt werden – kommt der individuellen Förderung hier eine besondere Bedeutung zu. Diesem Erfordernis trägt das SGH mit verschiedenen Modulen Rechnung. Zunächst stellen schon die drei verschiedenen Eingangsprofile eine Möglichkeit dar, individuelle Fähigkeiten besonders zu fördern und zu fordern. 

  • Englischplus – Englisch als fortgeführte Fremdsprache ab Jahrgang 5 (5 Std. im Jahrgang 5, 4 Std. ab Jahrgang 6), dann Französisch als zweite Fremdsprache ab Jahrgang 6 (4 Std.)
  • Lateinplus-Klasse – Latein als vorgezogene zweite Fremdsprache ab Jahrgang 5 (4 Std.) plus Englisch als fortgeführte Fremdsprache (3 Std.)
  • Conbrio-Klasse – eine zusätzliche Stunde Musik (Orchesterstunde), Fremdsprachenabfolge wie in der Englischplus-Klasse

Neben der individuellen Schwerpunktsetzung durch die Eingangsprofile haben die Schülerinnen und Schüler auch die Gelegenheit, in Förder-Workshops gezielt an ihren Schwächen zu arbeiten. Diese Förder-Workshops finden zu einem festen Zeitpunkt im wöchentlichen Stundenplan statt und wechseln ca. alle sechs Wochen, so dass es möglich ist, im Laufe eines Schuljahres an verschiedenen Workshops teilzunehmen und dadurch etwaige fachliche Schwächen zu beheben. Des Weiteren besteht im Rahmen der Üben-und-Sichern-Stunden die Gelegenheit, durch Freiarbeitsmaterialien in verschiedenen Fächern gezielt Defizite aufzuarbeiten. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler werden hier durch zusätzliches Übungsmaterial aus allen Fächern aber auch gefordert.